Hintergrund  
   

UNO-Weltklimabericht 2007

Im Februar 2007 veröffentlichte der Weltklimarat der Vereinten Nationen den ersten Teil seines Berichts zum Stand der Klimaforschung und machte damit weltweit auf das Problem des Klimawandels aufmerksam. Teil II folgte im April, der dritte Teil im Monat darauf. Während Teil I die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels darlegt, beschreibt Teil II seine Auswirkungen auf die Umwelt. Teil III schließlich gibt Empfehlungen für Gegenmaßnahmen.

Teil I: Wissenschaftliche Grundlagen
Laut Teil I ist der Kohlendioxid-Gehalt der Luft seit 1750 um 35 Prozent gestiegen – von 280 auf 379 Anteile pro einer Million Luftmoleküle (ppm) im Jahr 2005. Der heutige Wert sei der größte seit 650.000 Jahren, so die Autoren. 78 Prozent der Erhöhung gingen auf die Nutzung fossiler Brennstoffe zurück. Der Anstieg des Kohlendioxids sei zudem an der Erderwärmung etwa doppelt so stark beteiligt wie andere wichtige Treibhausgase zusammen, zum Beispiel Methan oder Lachgas. Die globale Oberflächentemperatur sei um 0,74 Grad Celsius gestiegen. Der Report zeichnet verschiedene Zukunftsszenarien: Im besten Fall sei bis 2100 mit einer Erwärmung von 1,1 bis 2,9 Grad Celsius zu rechnen, im schlimmsten Fall mit 2,4 bis 6,4 Grad Celsius. Am wahrscheinlichsten sei ein Anstieg um 1,7 bis 4 Grad Celsius. Selbst wenn alle Kohlendioxid-Emissionen sofort gestoppt würden, stiege die Temperatur um weitere 0,6 Grad Celsius, da das Klimasystem nur sehr träge reagiere.

Teil II: Auswirkungen auf die Umwelt
Hauptbefund von Teil II ist die Beobachtung, dass sich die Erdoberfläche und die Ökosysteme auf allen Kontinenten schon jetzt unter dem Druck regionaler Klimaerwärmung wandeln. So wandere unter anderem der Frühlingsbeginn im Kalender immer weiter nach vorne, im Gebirge weiche der Dauerfrost auf und die Temperatur von Flüssen und Binnenseen steige. Für das Tierreich erwartet der UNO-Klimarat ein Aussterben von 20 bis 30 Prozent aller Arten, sollte die globale Mitteltemperatur um weitere 1,5 bis 2,5 Grad Celsius im Vergleich zu 1990 steigen. Für die Menschheit könnten „steigende Zahlen von Todesfällen, Verletzungen und Erkrankungen durch Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände und Dürren“ die Konsequenz des Klimawandels sein.

Teil III: Empfehlungen für Gegenmaßnahmen
Um die Erdbevölkerung vor dem Klimakollaps zu bewahren, so Teil III des Weltklimareports, müssten Industrie- und Schwellenländer bis 2020 eine Trendwende beim Treibhausgas-Ausstoß erreichen. Die einzige Möglichkeit, eine Klimakatastrophe zu verhindern, sehen die Forscher in einem radikalen Politikwechsel und gigantischen Investitionen: 16 Billionen Dollar veranschlagen die Experten. Alle bisherigen Klimaschutzmaßnahmen, auch die im Rahmen des Kyoto-Protokolls, seien „inadäquat, um die allgemeinen Treibhausgas-Emissionstrends umzukehren“, heißt es in dem Bericht. Die Weltgemeinschaft dürfe sich darüber hinaus nicht mehr nur auf klimaschädliches Kohlendioxid konzentrieren. Stattdessen müsse eine „Multi-Gas-Strategie“ auch die Zunahme von Methan, Lachgas und anderer Treibhausgase in der Atmosphäre eindämmen. Mit einem solchen Vorgehen seien Klimaziele flexibler und bei substanziell niedrigeren Kosten zu erreichen als mit reinen Kohlendioxid-Strategien.

Den Forschern zufolge sollte die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau von höchstens 420 ppm stabilisiert werden. Derzeit beträgt dieser Wert aber schon 383 ppm und jährlich kommen aktuell weitere 2,5 ppm hinzu. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass frühzeitiges Handeln beim Klimaschutz  „relativ niedrige Kosten“ verursacht. Unter anderem empfehlen die Experten die verstärkte Verwendung von Biokraftstoffen und erneuerbaren Energien, neue Atomkraftwerke, Kohlendioxid-Abscheidung bei konventionellen Kraftwerken, Hybridfahrzeuge sowie Hausmodernisierung und besseres Gebäudemanagement.

Der UNO-Weltklimabericht im Original:
Teil I: http://ipcc-wg1.ucar.edu/wg1/Report/AR4WG1_Pub_SPM-v2.pdf
Teil II: http://www.ipcc.ch/SPM13apr07.pdf
Teil III: http://www.mnp.nl/ipcc/docs/FAR/ApprovedSPM0405rev4b.pdf

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